Bitterstoffe warnen unsere Immunabwehr vor Schädlingen

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Sie sind interessanterweise zudem in der Lage bakterielle Kommunikationsmoleküle zu
imitieren, mit denen Bakterien unsere Immunabwehr innerhalb der Schleimhaut auf den Plan rufen und
schützende Fresszellen anlocken. Fresszellen zählen zur ersten Verteidigungslinie unseres Körpers
(angeborene Immunabwehr) und fressen und töten virus-befallene Zellen und Bakterien ab. Auch leiten
sie weiterführende Immunreaktionen (erworbene Immunabwehr) ein.

Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass krankmachende Bakterien bitter-schmeckende Substanzen produzieren (z.B. Acyl-Homoserin-
Lacton), deren Wirkung durch zahlreiche bittere sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe nachgeahmt werden kann, wenn wir diese zu uns nehmen. Im Gegensatz zu den bitteren Stoffwechselprodukten von
Bakterien, machen uns diese Bitterstoffe in Pflanzen und Kräutern (darunter v.a. Polyphenole wie
Flavonoidglykoside sowie Glucosinolate und Terpene) jedoch niemals krank – im Gegenteil: sie stärken
unsere Abwehr und schützen uns.

Bitterstoffe lindern Hustenreiz

Sie sorgen durch das Andocken an Bitter-Rezeptoren an den Schleimhäuten der Bronchien für
die Bildung von NO (= Stickstoffmonoxid). Letzteres wirkt stark relaxierend (entspannend) auf die
Lungen und Bronchien, was die Atmung erleichtert und Hustenreiz lindert – sehr interessant auch bei
Asthma!

Bitterstoffe schützen vor Bakterien und Giftstoffen

Sie können direkt das Eindringen von Bakterien und Giftstoffen in den Körper verhindern, indem
sie die Schleimproduktion und die glatte Muskulatur in Magen und Darm anregen. Dadurch wird der
direkte Kontakt der Bakterien mit der Schleimhaut erschwert und sie schneller aus dem Körper gespült
und ausgeschieden.

Bitterstoffe helfen bei Zuckersucht

Sie senken Süßgelüste und das ist deshalb gut, weil Süßigkeiten und Zucker die Abwehrkräfte
schwächen und krankmachende Keime anfüttern, was wir in Fall einer Infektion keinesfalls wollen.
Außerdem liefert Zucker und zuckerreiche Lebensmittel keine oder keine nennenswerten Mengen an
Nährstoffe, sondern rauben sie uns vielmehr, was sich nachteilig auf unser gesamtes Immunsystem
auswirkt. Nicht ohne Grund erleiden Menschen unter schlechten Ernährungssituationen mehr
Infektionskrankheiten. Taraxinsäure (Lacton/Bitterstoff in Löwenzahn)

Bitterstoffe aktivieren unsere Verdauungsorgane

Sie regen die Bildung sämtlicher Verdauungssäfte an, darunter v.a. Magensäure und Gallensäuren.
Diese beiden wirken von Natur aus stark antimikrobiell und schützen uns stets vor krankmachenden
Eindringlingen, die wir über die Nahrung, über das Trinken oder herunterschlucken von Luft aufnehmen.

Auch regen Gallensäuren als unser körpereigenes Abführmittel die Darmbewegungen an und sorgen so
dafür, dass Bakterien und Viren schnell ausgeschieden werden, bevor sie sich in unserem Körper
vermehren und uns krank machen können.

Bitterstoffe sorgen für bessere Vitamin und Mineralien Aufnahme aus der Ernährung

Durch die verbesserte Produktion von Verdauungssäften durch Bitterstoffe wird außerdem zusätzlich
der Aufschluss der Nahrung verbessert. Somit kommen wir besser an die in unserer Nahrung
befindlichen Mikronährstoffe – allen voran an jene, die wichtig sind für ein intaktes und starkes unser
Immunsystem: Zink, Eisen, Folsäure, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin B12 und B6. Viele Menschen
produzieren nicht mehr bzw. noch nicht genug dieser Körpersäfte, so z.B. alte Menschen bzw.
Kleinkinder.

Wirken Antimikrobiell

Viele Bitterstoffe, allen voran die in den aromatischen Bitterstoffpflanzen, wirken unmittelbar und selektiv
antimikrobiell – vielen ist dies bereits durch den traditionellen Einsatz vieler ätherischer Öle bei
Infektionen bekannt. Aromatische Bitterstoffe dezimieren viele krankmachende Keime, während sie
gesunde Bakterien dabei vielfach unbeschadet lassen.

So lässt sich über Bitterstoffe in Bitterkräutern auch
die Darmflora positiv verändern, die maßgeblich über die Stärke unseres Immunsystems entscheidet und
dieses trainiert. Unser Immunsystem sitzt zu 75% im Darm!

Wirken wie Vitamin C – Antioxidativ

Die meisten bitteren sekundären Pflanzeninhaltsstoffe wirken zu guter Letzt auch noch antioxidativ, und
das ist hervorragend, denn bei der natürlichen Immunabwehr entstehen immer freie Radikale (freie
Radikale sind sowas wie Kampfstoffe unserer Fresszellen).

Diese müssen entsprechend stets durch
Antioxidantien entschärft werden, damit es durch die ablaufenden Immunreaktion nicht zu chronischen
Entzündungen oder größeren Gewebeschäden kommt.